ZEN-KREIS-KASSEL e.V.

Sitzhaltungen:
Der ,Lotussitz‘ ist die stabilste Haltung; hier liegen die Füße auf dem jeweils anderen
Oberschenkel. Es gibt auch den halben und viertel Lotussitz.
Der ,Burmesische Sitz‘ ist leichter; hier liegen bei gekreuzten Beinen die Füße voreinander
und die Knie auf der Erde.
Der ,Fersensitz‘ ist eine kniende Haltung, bei der man etwas erhöht sitzt.
Hocker oder Stuhl sind ebenfalls möglich.


Körperhaltung:
Die Körperhaltung ist bei allen Sitzhaltungen gleich:
Die Wirbelsäule steht aufrecht; das Becken ist leicht nach vorn gekippt; -kein ,Buckel‘,
kein Hohlkreuz-; das Kinn wird leicht zur Brust geführt, der hintere Scheitelpunkt zeigt
zur Decke; die Schultern sind entspannt.
Die Handhaltung: die Hände liegen so ineinander, dass die Daumenkuppen
sich berühren können.
Die Augen sind leicht geöffnet, der Blick fällt in ca. 1 - 2 Meter Entfernung auf die Erde,
ohne einen Blickpunkt zu fixieren.


Möglichkeiten des Gewahr-Seins während der Meditation:
Die Atmung kann das Objekt sein, auf das sich der Geist konzentriert; nimmt der Geist wahr,
dass er abgelenkt ist durch allerlei andere Gedanken, Geräusch- oder Körpersensationen,
nimmt er dies wahr und kehrt ohne jegliche Bewertung zurück zur Betrachtung des Atems oder
das Zählen der Atemzüge;
oder bei der Koanarbeit auf das jeweilige Koan
(nicht rational zu lösendes Rätsel).


Wozu eine äußere Form?
Schon im Alltag spüren wir: setzen wir uns mit mittlerer Körperspannung aufrecht hin,
ist unser Geist aufmerksamer, Konzentration sofort möglich.
Wenn wir die Zendo - den Übungsort - schon mit einer Verbeugung betreten, verbeugen wir
uns auch vor unserer eigenen Fähigkeit Achtsamkeit, Konzentration und
Entschlossenheit zu praktizieren, üben und verbessern zu können.
Die äußere Form erleichtert die Konzentration auf die eigene Geistestätigkeit, da außer dem
Gewahr-Sein der Körperhaltung, der Atmung, der Geistesregungen nichts beachtet
werden muss.
Die äußere Form, da seit Jahrhunderten praktiziert, enthält schon das gesamte Erfahrungswissen
all Jener, die den Weg zum ,eigenen Erwachen‘ gegangen sind.